Unsere Geschichte

BAHTALO – von 2013 bis heute: Eine Geschichte, die weitergeschrieben wird.

Von einem Ferienprogramm zur Bewegung der Hoffnung

BAHTALO – „Freude und Hoffnung“ auf Romanes. Was 2013 als kleines Ferienprogramm für Kinder begann, ist heute zu einer Bewegung gewachsen, die weit über Duisburg hinausstrahlt und zeigt, wie Kultur Gesellschaft verändern kann.

22. August 2013: Der Anfang im „Problemhaus“

Alles begann mit einem einfachen Wunsch: Annegret Keller-Steegmann wollte Kindern aus dem Bergheimer „Problemhaus“ einen schönen Sommer schenken. Während andere Kinder in den Urlaub fuhren oder zur Stadtranderholung gingen, standen die Roma-Kinder aus dem Hochhaus vor leeren Ferienwochen.

Das erste Ferienprogramm:

  • Zielgruppe: Roma-Kinder aus dem Bergheimer Hochhaus (aber auch deutsche Kinder willkommen)
  • Altersgruppen: 6-10 Jahre (erste zwei Wochen), 11-15 Jahre (Wochen 3, 5 und 6)
  • Partner: Kom’ma-Theater, Junges Ensemble Ruhr, Medienbunker Marxloh
  • Angebote: Künstlerische Werkstätten aus Musik, Theater, Bewegung, Bildende Kunst und Medien

„Wir möchten, dass sich die Kinder mal als Individuen erleben, in dem Hochhaus sind sie ja immer ganz viele, haben keine eigene Kleidung oder eigene Schmusetiere“, erklärte Annegret Keller-Steegmann das Konzept.

12. September 2013: Das Wunder geschieht

„Wir möchten, dass sich die Kinder mal als Individuen erleben, in dem Hochhaus sind sie ja immer ganz viele, haben keine eigene Kleidung oder eigene Schmusetiere“, erklärte Annegret Keller-Steegmann das Konzept.

Drei Wochen später war klar: Hier war etwas Außergewöhnliches entstanden. 40 junge Menschen, die als „Problemkinder“ abgestempelt wurden, hatten gemeinsam mit Künstlern etwas Magisches geschaffen.

Die erste Aufführung war ein Aufschrei der Menschlichkeit:

  • Selbstgebastelte Kulissen
  • Mehrsprachige Lieder
  • Choreografien voller Leben
  • Eine Geschichte vom Ankommen, vom Kämpfen, vom Hoffen

Die Kinder und Jugendlichen hatten ihre Stimmen erhoben, ihre Träume auf die Bühne gebracht und dem Publikum gezeigt: Wir sind mehr als eure Vorurteile!

Das Publikum weinte und jubelte. Aus fremden Kindern wurden Freunde. Aus Ausgeschlossenen wurden Künstler. Aus Verzweiflung wurde Mut.

2013-2015: Wurzeln schlagen

In den folgenden Jahren etablierte sich Bahtalo als feste Größe in der Duisburger Kulturlandschaft. Die Initiative konzentrierte sich weiterhin hauptsächlich auf Roma-Kinder, entwickelte aber bereits die Strukturen und Partnerschaften, die später das Fundament für das Wachstum bilden sollten.

2015: Der Horizont erweitert sich

Ein entscheidender Wendepunkt: Mit der Flüchtlingswelle kamen kleine Geflüchtete aus allen Krisenregionen der Welt hinzu. Bahtalo öffnete sich und wurde zu dem, was es heute ist – eine wahrhaft internationale Gemeinschaft.

Neue Dimensionen:

  • Kinder und Jugendliche aus Syrien, Kurdistan, Afrika
  • Erste interkulturelle Musik- und Theaterprojekte
  • Entstehung des Allerwelt-Ensemble Duisburg (2016)

2016: Das Allerwelt-Ensemble entsteht

Auf Initiative des Jungen Ensemble Ruhr gründete sich in den Flüchtlingsunterkünften das Allerwelt-Ensemble Duisburg – das erste große „Geschwisterprojekt“ von Bahtalo mit etwa 25 Akteuren aus vier Kontinenten.

Gründung der Sekundarschule Rheinhausen

Mit der Entstehung der Sekundarschule Rheinhausen (heute Green Gesamtschule) kam eine weitere wichtige Säule hinzu: Nun fanden auch Rheinhauser Kinder vieler Nationen zu Bahtalo.

Die Green Gesamtschule am Körnerplatz wurde zur Heimat:

  • Regelmäßige Proben und Werkstätten
  • Kinderbühne (donnerstags)
  • Jugendbühne (dienstags)
  • Kooperation mit dem nahegelegenen Komma Theater

2019: Professionalisierung der Förderung

Mit dem Förderprojekt „musik und mehr“ begann Bahtalo, auch weiterführenden Instrumental- und Gesangsunterricht anzubieten – inklusive Leihinstrumente für zu Hause. Ein wichtiger Schritt hin zur nachhaltigen Talentförderung.

2023: Das Jugendensemble Bahtalo entsteht

Der vorläufige Höhepunkt der Entwicklung: Im Sommer 2023 gründet sich das Jugendensemble Bahtalo (JEB) – 16 bis 21 Jahre alte Weltbürger aus Bosnien, Bulgarien, Zypern, der Türkei, Kamerun, dem Kongo, Syrien, Kurdistan und Duisburg.

Mit ihrem Programm „Ich freu mich auf morgen“ zeigen sie eine neue Generation von Aktivisten, die sich ihre Jugend nicht schlecht reden lassen und sich für Demokratie, Frieden und Klimaschutz einsetzen.

Heute: Eine quirlige Gemeinschaft von 100 Weltbürgern

Bahtalo 2024/2025 umfasst:

  • Bahtalo e.V. als Dachorganisation
  • Kinderbühne und Jugendbühne für verschiedene Altersgruppen
  • Junges Ensemble Ruhr als künstlerisches Herzstück
  • Allerwelt-Ensemble Duisburg als interkulturelles Flaggschiff
  • Jugendensemble Bahtalo (JEB) als politische Stimme der neuen Generation
  • Etwa 100 junge Weltbürger aus vier Kontinenten

Die Wirkung: Auszeichnungen und Anerkennung

Die gesellschaftliche Relevanz von Bahtalo wurde vielfach gewürdigt:

  • Preis des „Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage“
  • Bundespreis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2013/14
  • Deutscher Nachbarschaftspreis 2021
  • Kinderkulturpreis 2021
  • HEIMAT-Preis NRW 2021
  • Landespreis „Kulturelle Bildung“ NRW 2023
  • TalentAward Metropole Ruhr 2023
  • DU KulturenAWARD 2025

Das Vermächtnis: Nachhaltigkeit durch Weitergabe

Ein besonderes Merkmal von Bahtalo ist die Nachhaltigkeit: Viele Jugendliche, die bei Bahtalo groß geworden sind, kommen als Jugendteamerinnen zurück und unterstützen die nächste Generation. Sie sind vielsprachige Ansprechpartnerinnen, Vorbilder und Brückenbauer.

Die Vision: Botschafter für ein gutes Miteinander

Aus einem einfachen Ferienprogramm für Roma-Kinder ist eine Bewegung entstanden, die zeigt: Wenn wir jungen Menschen eine echte Chance geben, können sie die Welt verändern.

Bahtalo steht heute für:

  • Kulturelle Vielfalt als Bereicherung
  • Chancengleichheit durch kostenlosen Zugang zu Kultur
  • Nachhaltigen sozialen Frieden durch Begegnung
  • Eine neue Generation von Weltbürgern, die Hoffnung und Freude verbreiten
Was als Antwort auf Vorurteile und Sprachlosigkeit begann, ist zur lebendigen Antwort auf die Frage geworden: Wie wollen wir zusammenleben?

22. August 2013

Der Anfang im „Problemhaus“

Alles begann mit einem einfachen Wunsch: Annegret Keller-Steegmann wollte Kindern aus dem Bergheimer „Problemhaus“ einen schönen Sommer schenken. Während andere Kinder in den Urlaub fuhren oder zur Stadtranderholung gingen, standen die Roma-Kinder aus dem Hochhaus vor leeren Ferienwochen.

12. September 2013

Das Wunder geschieht

„Wir möchten, dass sich die Kinder mal als Individuen erleben, in dem Hochhaus sind sie ja immer ganz viele, haben keine eigene Kleidung oder eigene Schmusetiere“, erklärte Annegret Keller-Steegmann das Konzept.

Drei Wochen später war klar: Hier war etwas Außergewöhnliches entstanden. 40 junge Menschen, die als „Problemkinder“ abgestempelt wurden, hatten gemeinsam mit Künstlern etwas Magisches geschaffen.

Die erste Aufführung war ein Aufschrei der Menschlichkeit:

  • Selbstgebastelte Kulissen
  • Mehrsprachige Lieder
  • Choreografien voller Leben
  • Eine Geschichte vom Ankommen, vom Kämpfen, vom Hoffen

Die Kinder und Jugendlichen hatten ihre Stimmen erhoben, ihre Träume auf die Bühne gebracht und dem Publikum gezeigt: Wir sind mehr als eure Vorurteile!

Jan 31, 2021

Amazon acquires Audible

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